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ζ Die Vorgeschichte ζ

Aus der Chronik von Dalishear, Jahr 552

Dies ist die Geschichte vom Götterkind Harue und seiner Versündigung gegen unseren Gott und Schöpfer.

In einer stürmischen Sommernacht brachte Ardrete, eine junge Frau, ihr erstes und einziges Kind Harue zur Welt. Und als sie ihr Kind zum ersten Mal in ihren Armen hielt, stieg Sanadorae, der Schöpfer der Welt, hinab und sprach: "Dies Kind ist einzigartig unter allen Menschenkindern. Seine liebliche Gestalt hat mein Herz bewegt - ich will es mir zu eigen machen, und es soll ein immer währendes Zeichen der Freundschaft zwischen mir und den Menschen sein. Doch niemand außer mir soll das Kind anrühren, und es soll in Liebe nur mir gewidmet sein. Das verlange ich als euer Gott und Schöpfer."

Und so ward Harue zum Tempel von Sanadorae gebracht, wie der Gott es verlangte. Und es wuchs dort auf, nur umgeben von Priestern und Kriegermönchen, denn niemand sollte das schöne Kind je zu Gesicht bekommen, der nicht reinen Herzens war.

Und Sanadorae, der Schöpfer, ließ das Land erblühen, und 20 Jahre herrschte ewiger Frühling.

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Doch Harue ging fehl.

Das Kind verliebte sich in Saites, einen Kriegermönch, und versündigte sich mit ihm. Und Sanadorae entbrannte in Zorn und warf sein geliebtes Kind nieder, und tötete Saites und befahl den Priestern, Harue das Herz herauszureißen, das ihn hintergangen hatte.

Und der Hohepriester Arfedalus, weise und mächtig, ergriff Harues Herz und riss es ihm aus der Brust, und siehe, es war von rotem Kristall, und Arfedalus zerschmetterte es auf dem Altar. Es zersprang in sechs Splitter, und in seinem Schmerz zerstörte Sanadorae seinen Tempel und tötete alle Priester und Mönche, und er entzog dem Land Dalishear seine göttliche Macht.

Und als die göttliche Macht das Land nicht mehr erwärmte und kein Leben mehr schenkte, da hörte alles Wachsen und Gedeihen auf, und keine Frucht mochte mehr geerntet und keine Saat mehr gesät werden, und Schnee fiel vom Himmel und bedeckte das Land immer während.

So zürnte Gott unserem sündigen Geschlecht.

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Und dies geschah im Jahr 537, und so Tag um Tag vergeht, so schwindet alles Leben aus unserem Land. Und viele Opfer sind zu beklagen, und Schatten überziehen Dalishear. Blutig rot sind die Blumen, die nun das Land bedecken, gleich einem immerwährenden Mahnen.

Doch noch schwindet die Hoffnung des Menschengeschlechts nicht. Einst mag der Tag kommen, da ein mutiger Mensch es vermag, die Splitter von Harues Herz erneut zusammen zu tragen. Und sein mutiges Herz wird es vermögen, Sanadorae zu erweichen und erneut seine Gnade zu erbitten. Und dieser Name mag geweissagt werden von den Weisen...

Was wirklich geschah vor einem viertel Jahrhundert ist niemand bekannt. Zu wenige Menschen haben die Kunde des letzten Priesters von Sanadorae vernommen. Und schon viel zu lange leben die Menschen unter der geschwundenen Sonne und den kalten Sternen des ewigen Winters. Mühsam nur ernähren sie sich von den wilden Bestien, die in das Land einfielen, während ihr Geschlecht unter den unwirtlichen Bedingungen ausstirbt...


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