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ζ Die Odanur ζ
"Odane" bedeutet im Sprachgebrauch Dalishears eigentlich "fremd", im Sinne von "zugereist" oder "kürzlich angekommen". So sind die Odanur auch genau das: Alle lebenden Objekte, die erst seit den Ereignissen der Legende aufgetaucht sind. Dazu zählen sowohl Tiere als auch Pflanzen.
ζ Die Odanurpflanzen ζ
Diese frostresistenten Pflanzen sind meist farblos, weiß oder frostblau, blühen jedoch in kräftigen Rottönen. Es scheint, dass ihre Samen schon viel früher aus dem Hochgebirge in die tieferen Regionen Dalishears geweht wurden, denn mit dem Einsetzen des langen Winters erblühten sie überall in Dalishear. Wie bei normalen Poflanzen ist die Vielfalt und Verwendbarkeit der Odanurpflanzen unüberschaubar. Manche sind essbar oder haben sogar heilende Eigenschaften, andere wiederum haben sich als schwer giftig herausgestellt. Auffällig an den Odanurpflanzen ist, dass bis jetzt nur kleine Exemplare gefunden wurden. Es scheint, als gäbe es keine Odanurbäume oder - Sträucher, sondern nur Winden, Blumen, Farne, Gräser und Kräuter.
ζ Die Schneebestien ζ
Es ist nicht bekannt, woher die Schneebestien kamen. Die ersten wurden kurz nach den Ereignissen der Legende gesichtet. Nachdem es schon wochenlang geschneit hatte, zogen wahrscheinlich mehrere dieser Bestien aus den Bergen in die tiefer gelegenen Regionen von Dalishear. Sie ernähren sich normalerweise von Schnee und Eis, doch wenn sie können, trinken sie Blut und fressen das Fleisch von Tieren und Menschen. Das Fell der Schneebestien ist weiß, doch ihre Augen sind pechschwarz. In Rudeln sind sie kaum anzutreffen, denn sie sind einzelgängerisch und töten einander oft, wenn das Futter knapp wird. Das Fleisch der Schneebestien ist zäh, aber essbar und schmackhaft, deshalb werden sie auch wegen ihres Fleisches gejagt.
ζ Die Kruruhratu - das große Volk ζ
ζ Vorwort
Dies ist eine Abhandlung über die sogenannten "Eistrolle", verfasst von mir, Alessan Kalheri im Jahre 487. Diese faszinierende, menschenähnliche und doch tierische Lebensform hat die Gemüter der Menschen und ihre Märchen und Legenden stets bewegt. Nach umfangreicher Nachforschung in Schriften alter Gelehrter und einer gefährlichen Expedition zu eben diesen Wesen habe ich nun alle wichtigen Informationen zusammengtragen, die meinen geneigten Leser interessieren könnten. Werfen sie ihre Vorurteile über die Eistrolle ab und erfahren sie mehr als nur das Gebrabbel der Alten am Feuer.
Alessan Kalheri
ζ Herkunft
Die Herkunft der Krurhratu ist unbekannt. Erwähnt wird ihr Volk erstmals im Jahr 351 in den Schriften des Forschers Mehadre, sicher ist jedoch, dass diese als Eistrolle bekannten Wesen auch schon viel früher ins Leben der Menschen traten. Mehadre ging damals Gerüchten von riesenhaften Wesen auf den Grund, die angeblich in den höchsten Bergregionen lebten, die in ewiges Eis gehüllt waren. Mehadre beschrieb sie damals als "langsame, aber friedliche Tiere", "primitiv in Kultur und Gebaren". Er vermutete, dass sie aufgrund ihres Aussehens entfernt mit den Menschen verwandt sein könnten (1), sich aber abseits von wirtlichen Bedingungen nur langsam und unvollständig entwickelten.
ζ Physiologie
Entgegen der Bauernmärchen von schrecklichen Monstern, so hoch wie der Himmel, sind die Krurhratu weder mit Reißzähnen noch mit Klauen ausgestattet. Ihre Größe kann jedoch tatsächlich einschüchternd wirken, denn eine normalgroße Krurhratufrau überragt einen erwachsenen, ausgewachsenen Menschenmann meist ein wenig, während ein ausgewachsener männlicher Krurhratu 2/3 der Größe eines Menschenmannes erreicht.
Noch viel beeindruckender als ihre Körpergröße ist jedoch die enorme Körperfülle der Krurhratu. Ihr ganzer Körper scheint in dicke Fettschichten eingehüllt zu sein, die ähnlich dem menschlichen Körper an bestimmten Stellen besondere Ansammlungen bilden. Bei den männliche Krurhratu ist das vor allem der Bauchbereich, bei den weiblichen Krurhratu Hüften, Oberschenkel und Brüste.
Die Knochen und Muskeln eines Krurhratu sind, unabhängig vom Geschlecht, dick und stabil. Grazie oder Filigranes sucht man an diesen Wesen vergebens, alles an ihnen ist solide, fest und unzerstörbar. Ihre gewaltigen Muskeln ermöglichen es den Krurhratu, dicke Eisdecken mit ihren bloßen Händen zu zerbrechen.
Die Hände und Füße der Krurhratu sind kurz und breit, wie Schaufeln. Kurze dicke Zehen und Finger halten der Kälte der Bergregionen besser stand und sind stark durchblutet. Interessant an den Händen der Krurhratu ist vor allem der Daumen - er ist, im Vergleich zu den anderen Fingern sehr lang und kann sehr viel kraft ausüben.
Das Haar der Krurhratu ist sehr dick und fest und variiert in verschiedenen Brauntönen. Geflochten zu Zöpfen wird es so stark wie ein dickes Tau, ist meistens buschig, aber nie lockig, sondern immer glatt und strähnig. Große Teile der Arme, Beine und des Oberkörpers sind mit diesem dicken Haar bewachsen. Männliche Krurhratu tragen meist mächtige Bärte. Während die Männer sich das Haupthaar stellenweise und das Brusthaar völlig entfernen, legen die Frauen auf einen Zwischenraum zwischen den buschigen Augenbrauen Wert.
Der Kopf der Kruhratu ist kantig, ihre Augen liegen tief im Schädel, Wangenknochen und Überaugenwülste sind sehr stark ausgeprägt. Das Kinn ist bei beiden Geschlechter stark ausgeprägt.
ζ Verhalten
Krurhratu sind meist friedliche, langsame Wesen, deren einfaches Leben dem eines Tieres ähnelt - jagen, essen, schlafen, Kinder zeugen, das bestimmt hauptsächlich ihren Alltag. Im Gegensatz zum Tier haben sie jedoch zumindest die Fähigkeit zur Herstellung primitiver Werkzeuge und Kleidungsgegenstände entwickelt. Meist jagen die männlichen Krurhratu in Gruppen von 3-6 Personen, während die Frauen im Lager zurückbleiben um die Kinder zu schützen, Pflanzen zu sammeln und Werkzeuge herzustellen.
(1) Die Evolutionstheorie ist in Dalishear trotz des recht einfachen Schöpfungsmythos ziemlich weit verbreitet. Das hängt mit einer Geschichte aus dem Schöpfungsbuch zusammen, in der Sanadorae einem Vogel (2), der sich die Flügel gebrochen hat, befiehlt, er solle von nun an die Beine strecken und seinen Weg über das Land nehmen.
(2) Dabei handelt es sich um den Meare-Vogel, im Volsksmund als "Schneehuhn" bekannt, der sowohl in einer kleineren, flugfähigen Form, als auch als Laufvogel in Dalishear gefunden werden kann.
